Diphterie Impfung

Datum der letzten Aktualisierung: 07.01.2020

Inhalt

1. Zusammenfassung

2. Diphterie - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

3. Diphterie Impfung und Indikationen

4. Impfprogramme und Impfschema

5. FAQs - Häufig gestellte Fragen zu Diphterie

Zusammenfassung

Diphtherie gilt als eine ernstzunehmende Krankheit. Sie wird hauptsächlich durch Stämme des Corynebakteruim diphterieae, in manchen selteneren Fällen auch des Corynebakterium ulcerans oder Corynebakterium pseudotuberculosis hervorgerufen. Die infizierte Person trägt dieses Bakterium meistens im Rachenraum. Dort entsteht dann das sogenannte Diphtherietoxin, ein Gift dass durch die Blutbahn im ganzen Körper verteilt werden kann.
Betroffene Körperregionen sind vor allem die Schleimhäute im Mund und Rachenraum, sowie der Kehlkopf. Diphtherie kann aber auch gefährliche Folgeschäden hervorrufen und dabei andere Organe wie beispielsweise den Herzmuskel oder die Nieren schwer in Mitleidenschaft ziehen.
Die die Zeit vom Ausbruch bis zur Ansteckung mit Diphtherie beträgt in etwa zwei bis fünf Tage.
Bereits jede fünfte Diphtherieerkrankung endet tödlich. Eine Impfung ist daher grundsätzlich zu empfehlen.



Diphterie - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

Das Krankheitsbild einer Diphtherie reicht von einer lokalen Infektion der Nieren, des Rachens oder des Kehlkopfes, bis hin zu einer Infektion der Atemwege und kann im schlimmsten Fall auch Herzmuskel-, Nieren-, oder Leberschäden nach sich ziehen.
Die sogenannte Haut- und Schleimhaut-Diphtherie kommt vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten vor. Personen, die bereits eine Impfung gegen Diphtherie haben, können Träger dieser Form von Diphtherie sein, erkranken aber nicht daran.
Sowohl in Österreich, Deutschland als auch in der Schweiz gibt es eine Meldepflicht für Diphtherie.
In Regionen wie zum Beispiel Südamerika, Afrika, Asien, Albanien und in Teilen der ehemaligen Sowjetunion kommt Diphtherie bis heute endemisch vor. Dort sterben immer noch fünf bis 20 Prozent der Erkrankten.

Übertragung

Durch Tröpfcheninfektion oder auch direkten Kontakt mit anderen Menschen werden die Bakterien übertragen und führen somit zu einer Ansteckung mit Diphtherie. Gefährlich macht diese Krankheit die Tatsache, dass auch Personen, die keine Symptome aufweisen sehr wohl Träger sein können, und somit auch ein potentielles Ansteckungsrisiko mit sich bringen. Dies kommt vor allem bei der Entwicklung, aber auch nach der durchgemachten Krankheit vor. Um sich anzustecken bedarf es allerdings im Normalfall eines länger andauernden, engeren Kontaktes mit der infizierten Person.

Krankheitsverlauf

Von einer Ansteckung bis zum tatsächlichen Ausbruch der Krankheit vergehen gewöhnlich zwei bis fünf Tage. Der Verlauf gestaltet sich dabei oft sehr unterschiedlich. Typischerweise tritt als erstes Symptom der Diphtherie eine mehr oder minder schwere Entzündung des Rachens auf. Danach folgen weitere Krankheitszeichen wie Fieber, Lymphknotenschwellung, eine mögliche Schwellung des Halses, Heiserkeit, Stridor (schwere Atmung mit Pfeifgeräuschen) und Erstickungsanfälle.
Zu Beginn einer entstehenden Diphtherie siedeln sich die Bakterien hauptsächlich im Bereich der Mandeln an. Dort vermehren sie sich auf der Schleimhaut und beginnen einen Giftstoff ein sogenanntes Toxin zu bilden.
Durch die Blutbahn kann das Toxin im ganzen Körper verbreitet werden, während die Keime im Hals-, beziehungsweise im Rachenbereich verbleiben. Dort kommt es zu einer Bildung von sogenannten Pseudomembranen. Diese weißlichen Beläge können vom Rachen über die Luftröhre bis hin zu den Bronchien reichen. Bei einem schweren Verlauf der Diphtherie kann es durch die Wirkung des Toxins zu erheblichen Schädigungen des Herzmuskels kommen.
Eine solche Herzmuskelentzündung kann auch nach Monaten zu einem plötzlichen Herzversagen führen, dem sogenannten Diphtherie-Spättod. Aber auch Lähmungen, die durch Veränderungen an den Nerven hervorgerufen werden, können als Spätfolge einer Diphtherie auftreten. Ein dadurch begünstigtes Verschlucken kann sogar eine Lungenentzündung zur Folge haben. Auch Schädigungen an Nieren und Leber sind möglich.
Nasen-, Augen- und Wunddiphtherie gelten als eher seltene Formen der Diphtherie, können aber auch vorkommen.

Vorkommen

Diphtherie ist weltweit verbreitet und kommt nur beim Menschen vor. Vor allem in Ländern in denen eine hohe Durchimpfungsrate gewährleistet ist, tritt Diphtherie nur mehr selten auf. Allerdings gibt es weiterhin Regionen, wo Diphtherie immer noch eine große Rolle spielt, wodurch gerade in Zeiten der Globalisierung und dem damit verbundenen häufigeren Reisen weiterhin ein hohes Risiko für eine Ansteckung bestehen bleibt.
Österreichweit ist sowohl die Erkrankung, als auch der Todesfall an Diphtherie meldepflichtig. Seit 2014 wurden vier Erkrankungsfälle gemeldet. Die davor liegenden 20 Jahre waren hingegen völlig diphtheriefrei. Auch in der Schweiz und in Deutschland müssen sowohl der Verdacht, die Erkrankung, als auch der Tod durch Diphtherie gemeldet werden.



Diphterie Impfung und Indikationen

Obwohl grundsätzlich jeder Mensch gegen Diphtherie, in Kombination mit Pertussis, Tetanus und Polio geimpft sein sollte, gibt es Personengruppen für die dieser Impfschutz besonders wichtig ist.
Dazu gehören:
  • Medizinisches Personal
  • Berufsgruppen mit häufigem direkten Kontakt zu Menschen (z.B. Lehrer, Ausbildungspersonal, Reiseführer, Heimhilfen, Kosmetiker, usw.)
  • Menschen aus Regionen mit hohem Diphtherie-Risiko
  • diplomatisches Personal
  • Grenzkontrollpersonal
  • Reisende deren Zielgebiet in Endemieregionen liegt



Impfprogramme und Impfschema

Kostenfreie Impfung für Kinder
Im Rahmen einer 6-fach Impfung werden Kinder bereits im 3., 5., und 12. bis 14. Lebensmonat geimpft. im 7. bis 9. Lebensjahr wird die Impfung als Kombination von Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio wiederholt.
Impfung bei Erwachsenen
Um einen umfassenden Impfschutz zu gewährleisten soll die Diphtherie Impfung nach der Grundimmunisierung im Säuglingsalter und der Auffrischungsimpfung im Schulalter alle zehn Jahre, ab dem 60. Lebensjahr alle 5 Jahre aufgefrischt werden. Dabei kommt ein Kombinationswirkstoff mit Tetanus, Pertussis und Polio zum Einsatz.

Impfschema in Deutschland

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 4 Impfdosen

  1. Dosis mit 2 Monaten

  2. Dosis mit 3 Monaten

  3. Dosis mit 4 Monaten

  4. Dosis mit 11-14 Monaten

5. bis 6. Lebensjahr:

Erste Auffrischung

9. bis 16. Lebensjahr:

Zweite Auffrischung

Ab dem vollendeten 18. Lebensjahr:

Alle 5 Jahre eine Auffrischungsimpfung

Kosten der Impfung:

Die empfohlene Diphtherie-Impfungen für Mädchen und Jungen bis 18 Jahre wird von den Krankenkassen übernommen. Verpasste Impfungen können vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden und werden ebenfalls von den Krankenkassen bezahlt.

Impfschema in Österreich

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 3 Impfdosen

  1. Dosis im 3. Monat

  2. Dosis 2 Monate nach der 1. Impfung

  3. Dosis 11-12 Monate nach 2. Dosis

Schulalter 7. bis 9. Lebensjahr:

Erste Auffrischung; danach alle 10 Jahre eine Impfauffrischung.

Ab dem vollendeten 60. Lebensjahr

Auffrischung alle 5 Jahre

Kosten der Impfung:

Die Impfung ist im kostenfreien Kinder Impfprogramm für Österreich enthalten

Impfschema in der Schweiz

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 3 Impfdosen

  1. Dosis mit 2 Monaten

  2. Dosis mit 4 Monaten

  3. Dosis mit 12 Monaten

4. bis 7. Lebensjahr:

Erste Auffrischung

11. bis 14./ 15. Lebensjahr:

Zweite Auffrischung

25. Lebensjahr:

Dritte Auffrischung

45. Lebensjahr

Vierte Auffrischung

Ab dem vollendeten 65. Lebensjahr:

Auffrischung alle 10 Jahre

Kosten der Impfung:

Die Kosten werden durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung abzüglich eines Selbstbehalts übernommen.

FAQs - Häufig gestellte Fragen zur Diphterie Impfung

  • Welches Krankheitsbild tritt bei einer typischen Diphtherie auf?

    Das Krankheitsbild einer Diphtherie reicht von einer lokalen Infektion der Nieren, des Rachens oder des Kehlkopfes, bis hin zu einer Infektion der Atemwege und kann im schlimmsten Fall auch Herzmuskel-, Nieren-, oder Leberschäden nach sich ziehen.

  • Wer sollte sich gegen Diphtherie impfen lassen?

    Grundsätzlich sollte jeder geimpft sein. Es gibt allerdings auch Personengruppen die besonders gefährdet sind. Dazu zählen beispielsweise Lehrer, Berufsgruppen die häufig und intensiver Kontakt zu Menschen haben, Medizinisches-, Grenzkontroll-, oder auch diplomatisches Personal, sowie Menschen aus Ländern mit einem hohen Verbreitungsgrad der Krankheit. Auch Personen die in solche Gebiete reisen sind gefährdet.

  • Mit welchen Kosten muss man bei einer Diphtherie Impfung rechnen?

    Grundsätzlich ist die Impfung in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Kindesalter kostenlos. Im Erwachsenenaltern muss je nach Land entweder ein Teil, oder der gesamte Betrag selbst übernommen werden.

Quellen

  • Gesundheit.gv.at Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/diphtherie (10.01.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-%C3%96sterreich.html (10.01.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Diphtherie.html (10.01.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html (10.01.2020)

  • Impfkalender deutsch.pdf, Robert Koch Institut https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-Impfkalender/Impfkalender_Deutsch.pdf?__blob=publicationFile (11.01.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG, https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/gesundheitsfoerderung-und-praevention/impfungen-prophylaxe/schweizerischer-impfplan.html (11.01.2020)

Verfassungsdatum: 11.01.2020
Letzte Aktualisierung: 11.01.2020

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