Influenza (Virusgrippe) Impfung

Datum der letzten Aktualisierung: 16.04.2020

Inhalt

1. Zusammenfassung

2. Influenza - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

3. Influenza Impfung - Indikationen

4. Impfprogramme und Impfschema

5. FAQs - Häufig gestellte Fragen zur Virusgrippe Impfung

Zusammenfassung

Verglichen mit einem grippalen Effekt ist eine echte Grippe (Influenza) eine schwere Krankheit, die sogar bis zum Tod führen kann. Eine Influenza ist eine, durch verschiedene Influenzaviren, ausgelöste, akute Infektion der Atemwege, und dauert in der Regel zwischen zwei und fünf Tagen. Typische Symptome sind hohes Fieber, trockener Husten, Schnupfen, Kopf-, Muskel-, und Gliederscherzen.
Vor allem in geschlossenen Räumen sind die Viren sehr leicht, durch direkten Kontakt (Niesen, Husten, Hände) oder via Gegenständen, Türgriffen usw. übertragbar. Bereits wenn man sich noch nicht krank fühlt, können die Viren übertragen werden. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) liegt im Durchschnitt bei etwa ein bis zwei Tagen. Die “saisonalen Influenza” tritt hauptsächlich in der kalten Jahreszeit auf und kehrt jährlich wieder.
Die Influenza gilt als eine der bedeutensten Viruserkrankungen weltweit, und hat schon Millionen Menschen das Leben gekostet.
Für alle die sich vor einer echten Grippe schützen wollen, gibt es die Möglichkeit einer jährlichen Impfung im Herbst. Eine besondere Empfehlung gilt für Personen ab 60 Jahren, da diese zur besonders gefährdeten Risikogruppe gehören.



Influenza - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

Erreger und Übertragung

Die Übertragung der echten Grippe durch Influenza-Viren findet sowohl durch Tröpfchen (kleiner als 5 Mikrometer), also durch Niesen oder Husten, sowie durch die Schmierinfektion (gemeinsame Berührung von Gegenständen, Türklinken, Hände schütteln usw.)von Mensch zu Mensch statt. Das Risiko einer Ansteckung ist dabei in geschlossenen Räumen besonders hoch.
Auch wenn sich bei einer bereits infizierten Person noch keine Symptome zeigen, kann die Krankheit übertragen werden.
Es gibt auch Publikationen, die eine Übertragung beim Atmen und Sprechen nahelegen. Dabei geht man von Tröpfchen aus, die so klein sind, dass sie länger in der Luft schweben können, und somit diese Art der aerogenen Übertragung möglich machen.

Krankheitsverlauf

Die ersten Krankheitszeichen können bereits wenige Stunden bis zu drei Tage nach einer Ansteckung auftreten. Vor allem hohes Fieber (größer als 38 Grad), Schüttelfrost, Schnupfen, Halsschmerzen, trockener Husten, Kopf- und/oder Muskelschmerzen, Appetitverlust, sowie Müdigkeit sind typische Symptome für eine echte Virusgrippe. Zusätzliche Krankheitszeichen können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, eine laufende Nase (Rhinorrhö), bis hin zur seltener vorkommenden Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein.
Die Dauer einer Influenza bewegt sich in etwa zwischen fünf und sieben Tagen. Je nach individueller Konstitution, sowie eventuell auftretenden Komplikationen und Risikofaktoren, kann sie aber auch deutlich länger dauern.
Oft kommt es in der Bevölkerung zu einer Verwechslung von grippalen Infekten mit einer echten Grippe. Bei einem grippalen Infekt handelt es sich in der Regel um ungefährliche Erkrankungen mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und nur leichtem, bis gar keinem Fieber. Sie treten häufig in der kalten Jahreszeit auf.
Im Gegensatz dazu ist eine echte Influenza gekennzeichnet von einem plötzlichen Beginn, mit hohem Fieber, starkem, langanhaltenden Krankheitsgefühl, Muskel und Gliederschmerzen, sowie einem erhöhten Risiko an Folgekrankheiten, wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung zu erkranken. Diese können bis zum Tod führen. Aber auch andere Komplikationen, wie Hals-, Nasennebenhöhlen-, und Mittelohrentzündungen können durch Influenzaviren ausgelöst werden.
Vor allem Senioren, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen (Asthma, Diabetes, Herzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen,…) haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.

Verbreitung

Im Rahmen von Pandemien ist die Influenza eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. Sie hat schon Millionen Menschen das Leben gekostet. Vor allem in den Wintermonaten (meist mit Anfang Jänner) kommt es zu alljährlichen Grippewellen, die auch immer ihre Opfer fordern. Allerdings ist die schwere der Grippewellen, und damit die Zahl der Erkrankungen, von Jahr zu Jahr immer sehr unterschiedlich.
Während solcher Grippewellen infizieren sich beispielsweise in Österreich im Schnitt 5-15%, in Deutschland 5-20% der Bevölkerung und in der Schweiz etwa 112.000 bis 275.000 Menschen mit einer echten Grippe.



Influenza Impfung - Indikationen

Um einen adäquaten Schutz vor einer Grippe zu gewährleisten, besteht die Möglichkeit einer jährlichen Impfung. Die ideale Zeit für eine Impfung beginnt bereits Mitte Oktober, sie kann aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.
Abhängig von den jeweils zirkulierenden Impfstämmen, der individuellen Immunkompetenz, sowie der Impfgeschichte kann die Schutzwirkung der Influenza-Impfung saisonal variieren. Die volle Ausbildung des Impfschutzes braucht in etwa zwei Wochen.
Geimpfte haben auch bei einer Erkrankung, gegenüber Nicht-Geimpften, immer Vorteile. Die Erkrankung verläuft erstens milder, es kommt zu weniger Influenza-bedingten Komplikationen, und sie müssen seltener hospitalisiert werden.
Vor allem für sogenannten Risikogruppen wird eine Grippeimpfung dringend empfohlen.
Dazu zählen:
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch chronische Erkrankungen (chronische Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, neurologischen Erkrankungen, Erkrankungen der Leber oder Nieren, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und Immundefekten)
  • Bewohner von Alten und Pflegeheimen
  • Hospitalisierte Personen
  • Kinder/Jugendliche ab dem vollendeten 6. Lebensmonat bis zu 18 Jahren die eine
  • Langzeit-Aspirin-Therapie bekommen
  • stark übergewichtige Personen
  • Personen mit HIV-Infektion oder anderen immunsuppressiven Erkrankungen
  • Schwangere und Frauen, die während der Influenzasaison schwanger werden wollen
  • Säuglinge ab dem vollendeten 6. Lebensmonat und Kleinkinder
  • Stillende und Personen im Umfeld von Neugeborenen
  • Personal in Kinderbetreuungseinrichtungen, Sozialberufen, Gesundheitsberufen
  • Menschen mit häufigem Publikumskontakt
  • Reisende
  • Personen ab dem 60. Lebensjahr



Impfprogramme und Impfschema

Österreich
Eine Impfung wird für Säuglinge ab dem 6. Lebensmonat, sowie für alle Kinder und Jugendlichen jährlich empfohlen. Bei der erstmaligen Impfung werden zwei Dosen im Abstand von vier Wochen gegeben. Anschließend reicht eine jährliche Dosis aus. Diese Impfung ist nicht im kostenfreien Impfprogramm inkludiert.
Auch für Erwachsene gilt eine grundsätzliche Empfehlung für eine Influenza-Impfung. Wichtig ist diese besonders für Ältere, chronisch Kranke, Risikogruppen (siehe oben) und Personal im Gesundheitswesen. Hier reicht eine jährliche Dosis aus.
Bei Risikopatienten (chronisch Kranken, Immunsupprimierten) wird eine Kombination von zwei Impfstoffen, die im Abstand von 4 Wochen gegeben werden, empfohlen.
Bei manchen Arbeitgebern und Sozialversicherungsträgern stehen Zuschüsse oder kostenfreie Impfungen zur Verfügung.
Deutschland
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Impfung gegen Influenza für Kinder und Jugendliche nur dann, wenn sie zu einer der oben angeführten Risikogruppen gehören. Eine generelle Impfung ist zwar ab dem 6. Lebensmonat möglich, wird aber nicht empfohlen.
Von zwei bis 17 Jahren ist auch ein Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird, zugelassen. Für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr wird eine jährliche Influenza-Impfung empfohlen.
Schweiz
In der Schweiz wird eine jährliche Impfung gegen Grippeviren vor allem Menschen ab 65, schwangeren Frauen, frühgeborenen Kindern, sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen empfohlen. Auch allen, die in regelmäßigem Kontakt mit diesen Personengruppen sind, sollten geschützt werden. Am nationalen Grippeimpftag, Anfang November, kann man sich, ohne Voranmeldung gegen Influenza impfen lassen.

Impfschema in Deutschland

Ab 6. Lebensmonat:

saisonale Immunisierung nur für Risikogruppen 1 Impfdosis 1 mal jährlich (ab Ende Oktober)

Kinder und Jugendliche:

Risikogruppen von 2 bis 17 Jahren Lebendimpfstoff als Nasenspray 1 Impfdosis 1 mal jährlich (ab Ende Oktober)

Erwachsene:

Ab dem 60. Lebensjahr generell empfohlen 1 Impfdosis 1 mal jährlich (ab Ende Oktober)

Kosten der Impfung:

Bei Bedarf muss die Kostenübernahme mit der jeweiligen Krankenkasse geklärt werden. In manchen Fällen werden die Kosten auch vom Arbeitgeber übernommen.

Impfschema in Österreich

Ab 6. Lebensmonat:

erstmalige saisonale Immunisierung 2 Impfdosen im Abstand von 4 Wochen danach 1 mal jährlich (ab Ende Oktober)

Erwachsene:

generell empfohlen 1 Impfdosis 1 mal jährlich (ab Ende Oktober) Risikopatienten 2 Dosen im Abstand von 4 Wochen

Kosten der Impfung:

Die empfohlene Influenza-Impfung wird nicht von den Krankenkassen übernommen. Bei manchen Arbeitgebern und Sozialversicherungsträgern gibt es allerdings Zuschüsse oder kostenfreie Impfungen.

Impfschema in der Schweiz

Ab 6. Lebensmonat:

erstmalige saisonale Immunisierung 2 Impfdosen im Abstand von 4 Wochen danach 1 mal jährlich (ab Ende Oktober)

Erwachsene:

ab dem 65. Lebensjahr generell empfohlen 1 Impfdosis 1 mal jährlich (ab Mitte Oktober)

Kosten der Impfung:

Die Kosten werden für Risikogruppen im Rahmen der Grundversicherung von den Krankenkassen übernommen. Manche Arbeitgeber, besonders im Gesundheitsbereich, übernehmen die Kosten ebenfalls.

FAQs - Häufig gestellte Fragen zu Influenza und zur Grippeimpfung

  • Welche Symptome treten bei einer Infektion mit der echten Grippe auf?

    Bereits wenige Stunden nach einer Infektion können typische Krankheitssymptome wie hohes Fieber (größer als 38 Grad), Schüttelfrost, Schnupfen, Halsschmerzen, trockener Husten, Kopf- und/oder Muskelschmerzen, Appetitverlust, sowie Müdigkeit eintreten.

    Zusätzlich kann es zu allgemeiner Schwäche, Schweißausbrüchen, einer laufende Nase (Rhinorrhö), bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen.

    Folgekrankheiten, wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung können ebenfalls durch eine echte Influenza ausgelöst werden. Diese können sogar bis zum Tod führen. Auch andere Komplikationen, wie Hals-, Nasennebenhöhlen-, und Mittelohrentzündungen sind möglich.

  • Wie kann man sich mit Influenza anstecken?

    Eine Ansteckung mit Grippeviren geschieht hauptsächlich über die Tröpfcheninfektion. Dabei wird das Virus von Mensch zu Mensch durch Niesen, Husten, oder auch Sprechen übertragen.

    Eine weitere Möglichkeit der Übertragung ist die sogenannte Schmierinfektion. In diesem Fall findet die Ansteckung durch die gemeinsame Berührung von Gegenständen wie beispielsweise Türklinken, oder durch das Hände schütteln statt.

    Das Risiko einer Ansteckung ist in geschlossenen Räumen generell höher.

  • Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

    Eine Grippeimpfung kann grundsätzlich jedem ab dem 6. Lebensmonat empfohlen werden. Eine besondere Empfehlung gilt für sogenannte Risikogruppen. Dazu zählen beispielsweise Ältere, Schwangere, frühgeborene Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Personal im Gesundheitswesen und stark Übergewichtige. Auch jedem, der in regelmäßigem Kontakt mit diesen Personengruppen steht, wird eine Influenza-Impfung nahegelegt.

    Die Impfung wird einmal jährlich, im Herbst (ab Mitte Oktober bis Mitte November), durchgeführt.

  • Was kostet eine Influenza-Impfung?

    In Deutschland muss die Impfkostenübernahme individuell geklärt werden. In Österreich ist grundsätzlich keine Kostenübernahme vorgesehen. In der Schweiz werden die Kosten im Rahmen der Grundversicherung von den Krankenkassen nur für Risikogruppen übernommen.

    Allgemein gilt jedoch, dass in manchen Fällen auch die Arbeitnehmer, zum Beispiel im Gesundheitsbereich, die Kosten einer Impfung gegen Influenza übernehmen.

Quellen

  • Gesundheit.gv.at, Öffentliches Gesundheitsportal Österreich https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/atemwege/grippe/diagnose (16.04.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Grippe-(Influenza).html (16.04.2020)

  • Robert Koch Institut, rki.de https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.html (16.04.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/grippe.html (16.04.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html (16.04.2020)

  • Robert Koch Institut, rki.de https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.html; jsessionid=2618A50E41C038140D066D35EDB1C896.internet062#doc2382022bodyText14 (16.04.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/gesundheitsfoerderung-und-praevention/impfungen-prophylaxe/schweizerischer-impfplan.html (16.04.2020)

Verfassungsdatum: 16.04.2020
Letzte Aktualisierung: 16.04.2020

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