Röteln Impfung

Datum der letzten Aktualisierung: 19.03.2020

Inhalt

1. Zusammenfassung

2. Röteln - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

3. Röteln Impfung - Indikationen

4. Impfprogramme und Impfschema

5. FAQs - Häufig gestellte Fragen zu Röteln

Zusammenfassung

Röteln, auch Rubeola genannt, werden durch eine Virusinfektion hervorgerufen. Begleitet von einem Ausschlag verläuft diese Krankheit meist eher leicht. Hauptsächlich betroffen sind ältere Kinder und Jugendliche. Eine Erkrankung bei Kindern unter sechs Monaten kommt selten vor.
Eine Übertragung von Röteln findet durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion statt. Eine Schutzimpfung bildet die beste Vorbeugung. Zu Beginn der Krankheit kommt es zu leichtem Schnupfen oder grippeartigen Beschwerden. Danach tritt der typische kleinfleckige rote Ausschlag am gesamten Körper auf. Grundsätzlich ist der Verlauf fast immer komplikationslos. Gefährlich können Röteln für ungeborene Kinder werden. Bei einer Ansteckung von Schwangeren kann es zu Missbildungen oder sogar zu Tod des Kindes im Mutterleib kommen.
Für an Röteln erkranktet Patienten gibt es keine spezifische Therapie.



Röteln - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

Erreger und Übertragung

Röteln sind eine hochansteckende Erkrankung, die durch das Röteln-Virus (Rubi-Virus) ausgelöst wird. Feinste Tröpfchen beim Sprechen oder Husten und direktem Schmierkontakt übertragen das Virus von Mensch zu Mensch. Erkrankte Schwangere können das Virus über die Plazenta auch auf das ungeborene Kind übertragen, was zu schweren Fehlbildungen und sogar zum Tod führen kann.

Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Auftauchen der ersten Symptome von Röteln beträgt in etwa 14 bis 21 Tage. Typische Zeichen der Krankheit sind ein kleinfleckiger Ausschlag, Lymphknotenschwellungen (vor allem im Nacken) oder Gelenksbeschwerden. Ungefähr die Hälfte der Krankheitsfälle bei Kindern verläuft ohne Krankheitszeichen. Bei Erwachsenen liegt die Zahl bei etwa einem Drittel.
Komplikationen, wie Gelenkentzündungen, Bronchitis, Mittelohrentzündung, Gehirnentzündung oder entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels und Herzbeutelentzündungen können in Ausnahmefällen auftreten.
Für Schwangere stellt eine Erkrankung mit Röteln eine große Gefahr dar. Wenn es bis zur 17. Schwangerschaftswoche zu einer Infektion kommt, kann das zu Fehlgeburten, Frühgeburten und schweren Fehlbildungen des Embryos mit Taubheit, Herzfehlern, grauem Star und anderen Organdefekten führen.

Verbreitung

Das Ziel der WHO, bereits 2020 die Röteln in Europa zu eliminieren, konnte leider nicht erreicht werden. Immer wieder kommt es zu Ausbrüchen der Krankheit. Deshalb wird empfohlen, vor allem in der Altersgruppe der jungen Erwachsenen nachzuimpfen.



Röteln Impfung - Indikationen

Empfohlen kann die MMR-Impfung ab dem vollendeten 9. Lebensmonat werden. Dabei können fehlende Impfungen in jedem Alter nachgeholt werden.
Immun sein sollten vor allem Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen wie Krabbelstuben, Kindergärten, Schulen und Horten arbeiten, sowie medizinisches Personal jeglicher Art.
Auch für einen längeren Aufenthalt in den USA ist eine Impfung verpflichtend.



Impfprogramme und Impfschema

Kostenfreies Impfprogramm und Kinderimpfung
In Österreich ist die Impfung gegen Röteln im kostenlosen Impfprogramm enthalten. Eine Immunisierung wird mit dem 3-fach Kombinationsimpfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) erzielt. Es handelt sich dabei um eine Lebendimpfung. 2 MMR-Impfungen werden ab dem vollendeten 9. Lebensmonat im Abstand von 3 Monaten empfohlen. Erfolgt die Erstimpfung nach dem ersten Lebensjahr, sollte die zweite Dosis nach einem Mindestabstand von vier Wochen, jedoch frühestmöglich verabreicht werden.
Spätestens mit dem vollendeten 12. Lebensjahr bzw. bei Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung, wie zum Beispiel Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen sollte der MMR-Impfstatus überprüft werden. Wenn es erforderlich ist, sollten fehlende Impfungen dringend nachgeholt werden.
Auch für Erwachsene ist die MMR-Impfung in Österreich zur Zeit kostenlos, an allen öffentlichen Impfstellen, für alle Altersgruppen verfügbar. Dabei wird empfohlen zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen zu geben.
In Deutschland werden bei einer Grundimmunisierung gegen Röteln, bei Kindern zwei MMR-Impfstoffdosen, ab dem Alter von elf bis 14 Monaten, im Abstand von vier Wochen, spätestens aber mit dem vollendeten 2. Lebensjahr, gegeben. Bei einer bevorstehenden Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung (Kita), oder bei Kontakt mit einem Rötelnkranken, kann eine Immunisierung bereits ab dem 9. Lebensmonat erfolgen.
Für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, bzw. nur einer Impfung, wird eine MMR-Impfung empfohlen. Besonders dann, wenn sie im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten.
In der Schweiz wird ebenfalls eine zweifache Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln durchgeführt. Die erste Dosis wird im Alter von 9 Monaten, die zweite mit zwölf Monaten verabreicht.
Für nicht immunisierte Personen ist eine Nachholimpfung in jedem Alter möglich und empfohlen.
Für eine Grundimmunisierung gegen Röteln entstehen für die Patienten in Österreich, Deutschland und der Schweiz keine Kosten.

Impfschema in Deutschland

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 2 Impfdosen

  1. Dosis mit 11-14 Monaten

  2. Dosis im Abstand von 4 Wochen, spätestens mit vollendetem 2. Lebensjahr

Kosten der Impfung:

Die empfohlene MMR-Impfung wird von den Krankenkassen übernommen.

Impfschema in Österreich

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 2 Impfdosen

  1. Dosis mit 9 Monaten

  2. Dosis im Abstand von 3 Monaten

Schulalter 7. bis 15. Lebensjahr:
  1. Auffrischung
Kosten der Impfung:

Die Impfung ist im kostenfreien Kinder Impfprogramm für Österreich enthalten.

Impfschema in der Schweiz

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 2 Impfdosen

  1. Dosis mit 9 Monaten

  2. Dosis mit 12 Monaten

Kosten der Impfung:

Die Kosten werden durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung abzüglich eines Selbstbehalts übernommen.

FAQs - Häufig gestellte Fragen zur Röteln Impfung

  • Welche Symptome treten bei Röteln auf?

    Typische Symptome sind ein kleinfleckiger Ausschlag, Lymphknotenschwellungen (vor allem im Nacken) oder Gelenksbeschwerden.

    Zu Komplikationen, wie Gelenkentzündungen, Bronchitis, Mittelohrentzündung, Gehirnentzündung oder entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels und Herzbeutelentzündungen kommt es nur in Ausnahmefällen.

  • Wie steckt man sich mit Röteln an?

    Kleinste Tröpfchen übertragen das Virus beim Sprechen oder Husten und bei direktem Schmierkontakt. Bei Schwangeren kann das Virus über die Plazenta auch auf das ungeborene Kind übertragen, werden.

  • Wann sollte man sich gegen Röteln impfen lassen?

    Schon für Säuglinge ab dem 9. Lebensmonat wird eine Kombinationsimpfung mit Masern und Röteln (MMR) empfohlen. Die Impfung kann jedoch später nachgeholt werden. Das empfiehlt sich vor allem für Personen in folgenden Berufen: Personal in medizinischen Bereichen, Krabbelstuben, Kita, Kindergärten, Schulen, Horten, etc.

  • Wieviel kostet eine Röteln-Impfung?

    Die Grundimmunisierung sowie die Impfung im Erwachsenenalter ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Patienten kostenlos.

Quellen

  • Gesundheit.gv.at, Öffentliches Gesundheitsportal Österreich https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/kinderkrankheiten/infektion/roeteln (18.03.2020)

  • https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/mmr-impfung (18.03.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Röteln.html (18.03.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/roeteln.html (18.03.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html (17.03.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html (18.03.2020)

  • Robert Koch Institut, rki.de https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/34_19.pdf?__blob=publicationFile (18.03.2020)

  • Impfkalender deutsch.pdf, Robert Koch Institut https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-Impfkalender/Impfkalender_Deutsch.pdf?__blob=publicationFile (18.03.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG, https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/gesundheitsfoerderung-und-praevention/impfungen-prophylaxe/schweizerischer-impfplan.html (18.03.2020)



Verfassungsdatum: 18.03.2020
Letzte Aktualisierung: 19.03.2020

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