Hepatitis B Impfung

Datum der letzten Aktualisierung: 02.02.2020

Inhalt

1. Zusammenfassung

2. Hepatitis B - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

3. Hepatitis B Impfung - Indikationen

4. Impfprogramme und Impfschema

5. FAQs - Häufig gestellte Fragen zu Hepatitis B

Zusammenfassung

Hepatitis B ist eine der häufigsten, schweren Viruserkrankungen weltweit und kann mit einer schweren Leberentzündung einhergehen. Übertragen wird das Virus durch Körperflüssigkeiten, wie Blut und Genitalsekrete.
Eine Hepatitis B Infektion kann sehr leicht unentdeckt bleiben, da meist weder die akute, noch die chronische Erkrankung spezifische Symptome aufweist. Oft wird Hepatitis B erst bei Routineuntersuchungen bemerkt, wenn beispielsweise eine Erhöhung der Leberwerte festgestellt wurde, und dann nach der Ursache geforscht wird.
Eine medikamentöse Behandlung wird an die Schwere des Krankheitsverlaufs angepasst. Kann der Körper jedoch die Viren nicht ausreichend selbst bekämpfen, kann Hepatitis B auch medikamentös nicht vollständig geheilt werden. Allerdings kann durch Medikamente das Risiko von schweren Leberschädigungen, sowie Folgeerkrankungen und auch das Ansteckungsrisiko stark gesenkt werden.
Eine Impfung wird für jeden bereits im Säuglingsalter empfohlen, kann aber auch im Erwachsenenalter nachgeholt werden.



Hepatitis B - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

Erreger und Übertragung

Die durch Hepatitis B-Viren ausgelöste Hepatitis B ist eine ansteckende Leberentzündung und gehört zu den häufigsten Krankheiten weltweit. Die Übertragung dieser hochansteckenden Krankheit erfolgt durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten von infizierten Personen. Dabei sind besonders Blut und Genitalsekrete relevant. Eine Infektion kann zum Beispiel beim gemeinsamen Gebrauch von Injektionsspritzen oder beim Geschlechtsverkehr (genital, anal, oral) stattfinden. Aber auch durch indirekt befallene Gegenstände wie Zahnbürsten, Rasierklingen, Spritzennadeln, Tättowierbestecke, sowie bei kleinsten Verletzungen der Haut, als auch über die Schleimhaut kann das Virus übertragen werden. Weiters können auch infizierte Mütter die Krankheit während der Geburt an ihr Kind weitergeben.
Eine große Gefahr besteht darin, dass Betroffene oft unmittelbar nach einer Ansteckung keine Symptome verspüren und deshalb, ohne es zu wissen, hochansteckend sein können.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf einer Hepatitis B-Infektion verläuft oft sehr unterschiedlich. Von symptomfrei, über leichte bis zu schweren Krankheitsverläufen ist alles möglich. Krankheitszeichen einer akuten Hepatitis B sind Müdigkeit, Leistungsschwäche, Leberschwellung, Gelenk- und Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit sowie Verdauungsstörungen.
Nach etwa drei bis zehn Tagen fangen die Hepatitis B-Viren an die Leberzellen zu zerstören. Dabei kann es zu einer Gelbfärbung der Haut und der Augen kommen. Zusätzlich färbt sich der Urin braun und der Stuhl wird hell. Die Leber ist stark vergrößert und schmerzt, wenn man darauf drückt. In den meisten Fällen bildet sich dieses Krankheitsbild nach sechs bis acht Wochen wieder zurück. Es kann jedoch auch zu einem chronischen Verlauf kommen. Bei Erwachsenen ist der Anteil an chronischen Hepatitis B Erkrankten mit weniger als fünf Prozent vergleichsweise gering. Bei Säuglingen, die sich während der Geburt infiziert haben, liegt der Anteil dagegen bei über 90 Prozent. Deshalb stellt Hepatitis B für Säuglinge, aber auch Kleinkinder eine besondere Gefahr dar.
Eine chronische Hepatitis B-Infektion kann zu einer Leberzirrhose, und in der Folge zu einem erhöhten Risiko für Leberkrebs führen. Dies bedeutet eine wesentlich eingeschränkte Lebenserwartung für die Betroffenen.

Verbreitung

Grundsätzlich findet man das Hepatitis B-Virus weltweit. In Asien, im mittleren Osten, in Afrika, sowie in Teilen Amerikas kommt es jedoch zu einer erhöhten Anzahl an Infizierten. Die häufigste Art der Übertragung ist nach wie vor die von der Mutter auf das Kind.



Hepatitis B Impfung - Indikationen

Eine Hepatitis B-Impfung kann in jedem Alter nachgeholt werden und wird bis zum vollendeten 65. Lebensjahr, und vor allem für Personengruppen mit folgender Indikation, empfohlen:
  • Chronische Lebererkrankung
  • Häufiger Bedarf an Plasmaprodukten
  • Dialysepatienten
  • Bei HIV-Infektion
  • Kontakt mit Hepatitis B-Erkrankten
  • Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko
  • Intravenöser Drogengebrauch
  • Infektionsrisiko durch Blutkontakte mit infizierten Personen
  • Reisende in Gebiete mit hoher Rate an Hepatitis B-Infizierten
  • Personal mit beruflichem Risiko:
  • Ärzte, Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen
  • Personen die in der Entsorgungs-, Abwasser-, und Abfallwirtschaft tätig sind, sowie Angestellte in Bestattungsdiensten, Einrichtungen für Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen, als auch Personen im Bereich der ersten Hilfe, Feuerwehr, Fußpflege, Justiz/Haftwache, Piercing- und Tattoostudios, Polizei, Rettungsdienst, Sexarbeit
  • Personen im Bereich der Flüchtlingsbetreuung



Impfprogramme und Impfschema

Kostenfreies Impfprogramm
Die im kostenlosen Impfprogramm, im Rahmen der 6-fach Impfung enthalte Hepatitis B-Impfung, wird in Österreich im 3., 5. und 11. bis 12. Lebensmonat durchgeführt. Danach sollte ab dem vollendeten 7. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr eine Auffrischungsimpfung erfolgen.
Die Hepatitis B-Impfung wird grundsätzlich für alle Kinder empfohlen.
Erwachsene können die Grundimmunisierung jederzeit nachholen. Empfohlen wird sie bis zum Alter von 65 Jahren.
In Deutschland werden für eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B bei Säuglingen zwei Impfstoffdosen ab dem Alter von zwei Monaten im Abstand von acht Wochen verabreicht. Abgeschlossen wird die Grundimmunisierung mit einer 3. Dosis im Alter von elf bis 14 Monaten.
Meist wird die Grundimmunisierung jedoch in Kombination mit Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae B durchgeführt. Dabei werden drei Impfstoffdosen im Anstand von vier Wochen, und schließlich eine vierte im Alter von elf bis 14 Monaten gegeben.
Eine Auffrischungsimpfung im Jugend-, bzw. Erwachsenenalter wird in Deutschland derzeit nicht empfohlen.
In der Schweiz führt man die Impfung gegen Hepatitis B kombiniert mit Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis und Haemophilus Influenza Typ B durch.
Verabreicht wird die Impfung mit 2, 4 und 12 Monaten. Dann ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Für bisher nicht geimpfte Jugendliche wird eine Impfung im Alter von elf bis 15 Jahren empfohlen. Auch für Erwachsene jeden Alters, die zu den sogenannten Risikogruppen gehören, wird eine Empfehlung ausgesprochen.
Für eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B entstehen in Österreich, Deutschland und der Schweiz keinerlei Kosten für die Patienten.

Impfschema in Deutschland

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 4 Impfdosen

  1. Dosis mit 2 Monaten

  2. Dosis mit 3 Monaten

  3. Dosis mit 4 Monaten

  4. Dosis mit 11-14 Monaten

Kosten der Impfung:

Die empfohlene Hepatitis B Impfung wird von den Krankenkassen übernommen.

Impfschema in Österreich

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 3 Impfdosen

  1. Dosis im 3. Monat

  2. Dosis 2 Monate nach der 1. Impfung

  3. Dosis 11-12 Monaten nach 2. Dosis

Schulalter 7. bis 15. Lebensjahr:
  1. Auffrischung
Kosten der Impfung:

Die Impfung ist im kostenfreien Kinder Impfprogramm für Österreich enthalten.

Impfschema in der Schweiz

1. Lebensjahr:

Grundimmunisierung 3 Impfdosen

  1. Dosis mit 2 Monaten

  2. Dosis mit 4 Monaten

  3. Dosis mit 12 Monaten

11. bis 15. Lebensjahr:
  1. Auffrischung
Kosten der Impfung:

Die Kosten werden durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung abzüglich eines Selbstbehalts übernommen.

FAQs - Häufig gestellte Fragen zur Hepatitis B Impfung

  • Welche Symptome treten bei Hepatitis B auf?

    Bei einigen Patienten treten gar keine Beschwerden auf. Typisch sind jedoch Müdigkeit, Leistungsschwäche, Leberschwellung, Gelenk- und Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit sowie Verdauungsstörungen.

  • Wie kann man sich mit Hepatitis B infizieren?

    Grundsätzlich infiziert man sich durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von infizierten Personen. Dazu zählen Blut und Genitalsekrete. Infektionen erfolgen beispielsweise beim Geschlechtsverkehr (genital, anal, oral), durch indirekt befallene Gegenstände wie Zahnbürsten, Rasierklingen, Spritzennadeln, Tättowierbestecke, bei kleinsten Verletzungen der Haut, sowie über die Schleimhaut.

    Vor allem bei der Geburt ist das Infektionsrisiko für Kinder mit einer infizierten Mutter besonders hoch.

  • Wer sollte sich gegen Hepatitis B impfen lassen?

    Jeder sollte bereits ab dem Säuglingsalter geimpft sein. Nach der Grundimmunisierung reicht eine einmalige Auffrischung im Normalfall aus. Auch Erwachsene könne sich in jedem Lebensalter impfen lassen. Dies wird bis zum vollendeten 65. Lebensjahr empfohlen.

    Ebenso empfohlen wird eine Impfung bei bestimmten Personengruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. Dazu zählen beispielsweise Ärzte und medizinisches Personal, Personen die in der Entsorgungs-, Abwasser-, und Abfallwirtschaft tätig sind, Angestellte in Bestattungsdiensten, Einrichtungen für Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen, sowie Personen die im Bereich der ersten Hilfe, Feuerwehr, Fußpflege, Justiz/Haftwache, Piercing- und Tattoostudios, Polizei, Rettungsdienst, Sexarbeit oder Flüchtlingsbetreuung tätig sind.

  • Wieviel kostet eine Hepatitis B-Impfung?

    Die Grundimmunisierung kostet in Deutschland, Österreich und der Schweiz nichts für die Patienten. Impfungen, die im Erwachsenenalter nachgeholt werden, müssen, je nach Land, teilweise oder ganz vom Patienten übernommen werden.

Quellen

  • Gesundheit.gv.at, Öffentliches Gesundheitsportal Österreich https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/leber/hepatitis-b-symptome (02.02.2020)

  • https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/hepatitis-a-b (02.02.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Hepatitis-B.html (02.02.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html (02.02.2020)

  • Robert Koch Institut, rki.de https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/34_19.pdf?__blob=publicationFile (02.02.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/hepatitis-b.html (02.02.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG, https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/gesundheitsfoerderung-und-praevention/impfungen-prophylaxe/schweizerischer-impfplan.html (02.02.2020)

  • Impfkalender deutsch.pdf, Robert Koch Institut https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-Impfkalender/Impfkalender_Deutsch.pdf?__blob=publicationFile (02.02.2020)



Verfassungsdatum: 02.02.2020
Letzte Aktualisierung: 02.02.2020

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