Japanische Enzephalitis (Reiseimpfung)

Datum der letzten Aktualisierung: 09.05.2020

Inhalt

1. Zusammenfassung

2. Japanische Enzephalitis - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

3. Japanische Enzephalitis Impfung - Indikationen

4. Impfprogramme und Impfschema

5. FAQs - Häufig gestellte Fragen zur Japanischen Enzephalitis

Zusammenfassung

Die durch das Japan-B-Enzephalitis-Virus ausgelöste, und mit FSME und Gelbfieber verwandte, Japanische Enzephalitis, ist die am häufigsten vorkommende Viruserkrankung des Gehirns im asiatischen Raum.

Der Verlauf der Krankheit kann sowohl mild, als auch dramatisch sein.

Übertragen durch Stechmücken, kann sie eine tödliche Meningoenzephalitis (Entzündung von Gehirnhäuten und Gehirn) hervorrufen. Die Hälfte der Erkrankten etwa muss mit schweren bleibenden Krankheitsschäden rechnen. Etwa ein Viertel der Fälle von Japanischer Enzephalitis verläuft tödlich.
Anzutreffen ist die Japanische Enzephalitis vor allem in ländlichen Gebieten des mittleren und fernen Ostens. Bei Touristen kommt die Erkrankung, abhängig von ihren Reisegewohnheiten, eher selten vor.
Zur Vorbeugung wird sowohl Insektenschutz als auch eine Impfung empfohlen. Eine auf die Krankheit abgestimmte Behandlung ist nicht verfügbar.



Japanische Enzephalitis - Erreger, Übertragung und Krankheitsverlauf

Erreger und Übertragung

Die durch Culex-, und Aedesmücken übertragene Japanische Enzephalitis wird durch ein sogenanntes Flavivirus verursacht. Dieses Virus ist sowohl mit FSME, als auch mit Gelbfieber verwandt. Es springt zwischen Mücken, Schweinen und Wattvögeln hin und her. Der Mensch ist eigentlich ein Fehlwirt.
Die Mücken sind zwar tag- und nachtaktiv, stechen aber eher nach Sonnenuntergang und mehrheitlich außerhalb von Gebäuden.

Krankheitsverlauf

Japanische Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute. Von der Infektion durch einen Mückenstich, bis zum Ausbruch von Japanischer Enzephalitis können in etwa 6-16 Tage vergehen. Ist die Krankheit ausgebrochen, beginnt eine zwei bis dreitägige Phase, die von grippeähnlichen Allgemeinsymptomen (Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen), Symptomen eines Atemweginfekts (Schnupfen, Husten), oder denen einer Durchfallerkrankung begleitet wird. Bei einem milden Verlauf endet die Erkrankung nach dieser Phase.
Ein sogenannter dramatischer Verlauf geht im Weiteren mit Nackensteife, Lichtscheu, Erbrechen, Bewusstseinseinschränkungen, bis hin zu Krämpfen, Lähmungen und Bewusstlosigkeit einher. Für 50% der Überlebenden eines solchen dramatischen Verlaufes kommt es zu schweren bleibenden Schäden (Funktionsausfälle des Nervensystems) als Krankheitsfolge. 25 % der Erkrankungen enden allerdings tödlich.

Verbreitung

Vor allem in den ländlichen Gebieten Asiens mit Wasserlandwirtschaft, in der Nähe von Reisfeldern (Brutstätten für Stechmücken) ist die Japanische Enzephalitis stark verbreitet. Besonders betroffen sind Länder wie Pakistan und Indien, China und Japan, sowie Papua-Neuguinea. Saisonal kommt das Virus, je nach Land und Klimazone, unterschiedlich vor. In gemäßigteren Gebieten kommt es zum Auftreten am Ende und nach der Regenzeit, sprich im Sommer und Herbst, während tropische Gebiete ganzjährig betroffen sind.
Etwa 30.000 bis 80.000 Krankheitsfälle pro Jahr werden von dieser Virusinfektion verursacht.



Japanische Enzephalitis Impfung - Indikationen

Die Impfung gegen Japanische Enzephalitis wird vor allem Reisenden empfohlen und richtet sich nach bereister Region, Jahreszeit, Reiseroute und Reisestil. Bei der Planung einer Reise in ein Endemiegebiet sollte unbedingt ein Experte zu Rate gezogen werden.
Bei Reisen, länger als ein Monat, mit nächtlichen Aktivitäten im Freien in ländlichen Endemiegebieten, vor allem während der Transmissionszeit, ist eine Impfung sinnvoll. Aber auch für Laborpersonal, dass gezielt mit vermehrungsfähigen JEV-Wildtypstämmen arbeitet wird eine Impfung empfohlen.
Grundsätzlich kann das Risiko einer Ansteckung durch bestimmte Verhaltensmaßnahmen gering gehalten werden. So sollte man nächtliche Aktivitäten im Freien (Camping, Fischen, Jagen) und Schlafen in offenen Räumen nahe von Reisfeldern oder Schweinezuchten vermeiden. Grundsätzlich infizieren sich Reisende eher selten mit dem Virus.
Ein erhöhtes Erkrankung- und Komplikationsrisiko haben Kinder ab 2 Jahren und Personen ab dem fünfzigsten Lebensjahr.



Impfprogramme und Impfschema

Österreich
Ein Impfstoff gegen die Infektion mit Japanischer Enzephalitis ist ab dem 2. Lebensmonat zugelassen. Geimpft wird mit zwei Dosen im Abstand von vier Wochen. Dies sollte einen Schutz von zumindest sechs bis zwölf Monaten gewährleisten. Für 18- bis 65-Jährige kann mit zwei Dosen im Abstand von 7 Tagen auch eine Schnellimmunisierung durchgeführt werden.
Zwölf bis 24 Monate nach der zweiten Dosis wird eine weitere Dosis empfohlen. Danach kann von einer Immunisierung bis zu zehn Jahren ausgegangen werden.
Deutschland
Eine Grundimmunisierung wird mit zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen erreicht. Auch eine Schnellimmunisierung bei Erwachsenen mit zwei Dosen im Abstand von sieben Tagen ist möglich. Für Kinder von zwei Monaten bis 3 Jahren wird die halbe Dosis des Impfstoffes gegeben. Eine Auffrischung durch eine dritte Dosis sollte zwölf bis 24 Monate nach der Grundimmunisierung erfolgen.
Schweiz
Hier ist eine Impfung ab einem Alter von 12 Monaten zulässig. Der Abstand zwischen den zwei Impfdosen sollte dabei 28 Tage betragen, wobei die zweite Dosis mindestens zehn Tage vor einer Einreise in ein Endemiegebiet gegeben werden sollte. Für Kinder von zwölf bis 35 Monaten wird jeweils nur eine halbe Dosis des Impfstoffes empfohlen.

Impfschema in Deutschland

Kinder

Grundimmunisierung ab 2 Monaten bis zum 3. Lebensjahr 2 Impfdosen (1/2 Dosis) im Abstand von 4 Wochen.

Erwachsene:

Grundimmunisierung 2 Impfdosen im Abstand von 4 Wochen

Schnellimmuniserung 2 Impfdosen im Abstand von 7 Tagen

Auffrischung 3. Dosis nach 12 bis 24 Monaten Schutz für etwa 10 Jahre

Kosten der Impfung:

Ob die Kosten im jeweiligen Fall übernommen werden muss mit den zuständigen Krankenkassen geklärt werden.

Impfschema in Österreich

Kinder

Grundimmunisierung ab 2 Monaten bis zum 3. Lebensjahr 2 Impfdosen (1/2 Dosis) im Abstand von 4 Wochen.

Erwachsene:

Grundimmunisierung 2 Impfdosen im Abstand von 4 Wochen

Schnellimmuniserung 2 Impfdosen im Abstand von 7 Tagen

Auffrischung 3. Dosis nach 12 bis 24 Monaten Schutz für etwa 10 Jahre

Kosten der Impfung:

Ob die Kosten im jeweiligen Fall übernommen werden muss mit den zuständigen Krankenkassen geklärt werden.

Impfschema in der Schweiz

Kinder:

Grundimmunisierung von 12 Monaten bis 35 Monaten 2 Impfdosen (1/2 Dosis) im Abstand von 28 Tagen

Erwachsene:

Grundimmunisierung 2 Impfdosen im Abstand von 28 Tagen

Schnellimmuniserung 2 Impfdosen im Abstand von 7 Tagen

Kosten der Impfung:

Ob die Kosten im jeweiligen Fall übernommen werden muss mit den zuständigen Krankenkassen geklärt werden.

FAQs - Häufig gestellte Fragen zu Japanische Enzephalitis

  • Welche Symptome können bei Japanischer Enzephalitis auftreten?

    Nachdem man von einer infizierten Mücke gestochen worden ist, kann es bis zum Auftreten der ersten Symptome 6-16 Tage dauern. Für etwa zwei bis drei Tage kommt es dann zu Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schnupfen, Husten und Durchfall.

    Bei einem schweren Verlauf kommen danach Nackensteife, Lichtscheu, Erbrechen, Bewusstseinseinschränkungen, Krämpfe, Lähmungen und sogar Bewusstlosigkeit dazu.

  • Wo kann man sich mit Japanischer Enzephalitis anstecken?

    In Ländern wie Pakistan, Indien, China, Japan, sowie Papua-Neuguinea kommt das Virus, je nach Land und Klimazone, unterschiedlich häufig vor. Übertragen wird es durch Stechmücken, die man vor allem in der Nähe von Reisfeldern und Wasserlandschaften findet.

  • Sollte man sich gegen Japanische Enzephalitis impfen lassen?

    Je nach Reisegewohnheiten, sollte man im Vorfeld die Möglichkeit einer Impfung in Betracht ziehen. Vor allem, wenn man sich in Endemiegebieten über einen längeren Zeitraum aufhält, und vor hat sich auch im ländlichen Raum zu bewegen, ist eine Impfung sinnvoll. Risikogruppen sind dabei Kinder ab zwei Jahren und Erwachsene ab 50 Jahren.

    Auch für Labormitarbeiter, die mit dem Virus arbeiten ist eine Impfung sinnvoll.

  • Wird eine Japanische Enzephalitis- Impfung vergütet?

    Die Vergütung der Gelbfieberimpfung muss individuell, mit den jeweiligen Kankenversicherungsträgern, abgeklärt werden.

Quellen

  • Gesundheit.gv.at, Öffentliches Gesundheitsportal Österreich https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/reisemedizin/infektionskrankheiten/japanische-enzephalitis (09.05.2020) https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/impfungen/japanische-enzephalitis (09.05.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Japanische-Enzephalitis.html (09.05.2020)

  • Robert Koch Institut, rki.de https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/18_20.pdf?__blob=publicationFile (09.05.2020)

  • Bundesamt für Gesundheit BAG https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/suche.html#japanische Enzephalitis (09.05.2020)

  • Bundesministerium Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Impfen/Impfplan-Österreich.html (09.05.2020)

Verfassungsdatum: 09.05.2020
Letzte Aktualisierung: 09.05.2020

← zurück zu allen Impfungen



Das könnte dich auch interessieren

Cholera (Reiseimpfung)

Die durch den Erreger Vibrio Cholera hervorgerufene Infektionskrankheit Cholera führt zu schweren Durchfällen und muss rasch behandelt werden. Die Übertragung von Cholera findet durch verunreinigtes Trinkwasser, Getränke oder Nahrung statt.

Typhus abdominalis (Reiseimpfung)

Bei Tropenreisen in Gebiete, wo schlechte hygienische herrscht, wird vor Reiseantritt eine Impfung gegen Typhus empfohlen. Vor Ort sollte auf eine gute Lebensmittelhygiene und persönliche Hygiene geachtet werden.