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Milchzahnkaries adé! Fluoride für die Milchzahnpflege

Kinder haben oftmals bereits im Milchgebiss Karies. 54 Prozent der Zehnjährigen in Deutschland, also rund 400.000 Kinder, haben hier schon eine Kariesbehandlung benötigt. Das ist alarmierend! Denn, wer schon im Milchgebiss Karies hat, wird oft auch Karies und Folgeschäden im bleibenden Gebiss haben. In diesem Artikel schauen wir uns an, was es braucht, damit die Milchzähne deines Kindes gesund bleiben! Zuerst klären wir auf, wieso die Milchzahnpflege so wichtig ist, danach gehen wir auf die Erkrankung “Karies” ein und am Schluss schauen wir uns an, wieso Kinderzahnpasta und fluoridiertes Speisesalz helfen.

Warum Milchzähne pflegen?

Bevor wir dir Tipps geben für eine gute Milchzahnpflege, wollen wir zuerst folgende Frage klären: Warum ist es eigentlich so wichtig, die Milchzähne deines Kindes gesund zu halten? Die fallen doch sowieso aus, könnte man meinen. Das ist leider ein großer Denkfehler! Denn obwohl die Milchzähne ausfallen, übernehmen sie wichtige Aufgaben.

Wusstest du, dass bei der Geburt deines Babys bereits alle 20 Milchzähne unter dem Zahnfleisch angelegt sind?

Wichtige Aufgaben der Milchzähne

Naheliegend ist natürlich, dass dein Kind gesunde Milchzähne vor allem zum Essen, also zum Kauen und Abbeißen braucht. Was vielen aber nicht bewusst ist, ist dass sie eine wichtige Rolle in der Sprach- und Mimikentwicklung deines Kindes spielen. Sie sind auch entscheidend für das gleichmäßige Wachstum des Kiefers. Außerdem - und das ist sehr wichtig - sind sie Platzhalter für die bleibenden Zähne. Diese Funktion birgt bei geringer Pflege große Risiken.

Wenn ich Milchzähne nicht pflege

Wie bereits beschrieben, sind Milchzähne Platzhalter der bleibenden Zähne. Wenn die Milchzähne beispielsweise durch Karies zu früh ausfallen oder schwer beschädigt sind, wachsen die bleibenden Zähne schief nach. Außerdem sind die bleibenden Zähne bereits zum Zeitpunkt der Geburt deines Babys unter den Milchzähnen als Kalkpunkt vorhanden. Der Karies kann so auch die bleibenden Zähne angreifen, die unter dem Zahnfleisch liegen. Oder die Bakterien können von den Zähnen auf Organe übergreifen und diese entzünden. Geschweige denn, dass die oben aufgezählten wichtigen Aufgaben nicht mehr gut erfüllt werden können und dein Kind ggf. starke Zahnschmerzen bekommen kann!

Mundhygiene gegen Karies

Da wir jetzt wissen, warum Milchzähne überhaupt wichtig sind und welche Funktionen sie täglich für dein Kind erfüllen, schauen wir uns an, wie wir sie gesund halten können. Da Karies eine häufige Zahnerkrankung ist, schauen wir uns an, was wir dagegen tun können.

Was ist Karies?

Karies ist eine Zahnerkrankung, die durch das Zusammenwirken von bestimmten Bakterien und Zucker entsteht und zuerst den Zahnschmelz schädigt, dann vielleicht auch das Zahnbein. Der erkrankte Zahn kann entweder seine Funktion nur eingeschränkt erfüllen oder fällt sogar aus. Wenn dein Baby Zucker zu sich nimmt, bildet sich ein Zuckerbelag auf den Zähnen. Bakterien verdauen diesen Zucker und scheiden eine Säure aus, die die Zähne schädigt.

Wie kann ich bei meinem Baby Karies vorbeugen?

Karies kann durch eine Kombination verschiedener Dinge entgegengewirkt werden. Laut zahnmännchen.de sind das einerseits die Anwendung von Fluorid, die richtige Zahnreinigung vom ersten Zahn an und die Reduktion des Zuckers. In diesem Artikel beschäftigen uns wir genauer mit der Anwendung von Fluoriden und dem Zusammenhang mit Zucker. Einen Artikel für das richtige Zähneputzen bei Babys und Kleinkindern findest du hier. An dieser Stelle wollen wir anmerken, dass für eine gute Mundhygiene der Besuch beim Zahnarzt/bei der Zahnärztin entscheidend sind. Am besten stellst du dein Baby beim Zahnarzt/ bei der Zahnärztin vor, sobald der erste Zahn sich bemerkbar macht!

Laut dem Barmer-Zahnreport 2020 sind in Deutschland mehr als 15% der Kinder unter 6 Jahren noch nie beim Zahnarzt gewesen. Das sind 720.000 von 4,6 Millionen Kindern unter sechs Jahren. Das ist fatal und erklärt u.a. das steigende Kariesvorkommen bei Kindern.

Fluoride für die optimale Milchzahnpflege

Keine Panik - wir sprechen jetzt zwar über was Chemisches, aber es wird nicht so kompliziert wie im Schulunterricht. Fluorid ist ein Spurenelement, das den Zahnschmelz stärkt und so Karies vorbeugt. In vielen Zahnpasten ist daher Fluorid enthalten - aber Achtung: Kinder bis zu 6 Jahren können nur eine geringe Menge an Fluorid tolerieren! Daher ist die Verwendung von Kinderzahnpasten sehr wichtig. Also merke: Du darfst keine Erwachsenenzahnpasta für dein Baby oder Kleinkind verwenden!

Kinderzahnpasta - diesen Fluoridgehalt musst zu beachten

In Kinderzahnpasten ist 3 mal weniger Fluorid drinnen als in normalen Zahnpasten. Bis zum zweiten Geburtstag solltest du die Zähne deines Kindes zweimal täglich mit einer erbsengroße Menge an Kinderzahnpasta mit 500 ppm Fluorid reinigen. Konsultiere den Zahnarzt/die Zahnärztin deines Babys, um genau zu erfahren, wann du die Zahnpastamenge auf Reiskorngröße mit 1000 ppm Fluorid erhöhen kannst. Hier siehst du die Empfehlungen u.a. der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung tabellarisch zusammengefasst.

Fluoride in Speisesalz

Wie du siehst, ist in der Tabelle auch fluoridiertes Speisesalz angeführt. Das ist sehr wichtig, denn mit dem Speisesalz kommen die Fluoride an die Zahnoberfläche und wirken sofort zahnhärtend. Sie verbinden sich mit Calcium und bilden eine Art Schutzschicht vor Säuren. Diese Schutzschicht wird stabiler je mehr und je länger Fluoride aufgenommen werden. Trotzdem Achtung - bei Kindern gibt es einen Fluoridwert, der nicht überschritten werden darf.

Speisesalz: Hast du das gewusst?

In der Schweiz ist das Speisesalz bereits seit 60 Jahren fluoridiert. In Deutschland sind es 25 Jahre. In Ländern wie Kolumbien konnte man beobachten, dass zehn Jahre nach der Einführung von Fluoridiertem Salz sich die Kariesrate halbiert hat. Die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung empfiehlt den Einsatz von fluoridiertem Salz zur Kariesvorbeugung. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Zu viel Salz ist für Kinder und Erwachsene sehr gefährlich!

Vorsicht bei Obst und Süßem

Die Säure in Obst, Süßigkeiten und Getränken kann die Zähne angreifen. Es ist wichtig, dass dein Kind sich ausgewogen ernährt und auch Obst zu sich nimmt. Allerdings greift die Säure den Zahnschmelz an. Durch tägliches Zähneputzen mit fluoridierten Kinderzahnpasten oder durch das Beifügen von fluoridiertem Salz, kannst du diesem Prozess entgegenwirken. Zucker auch meiden.

FAQs - Häufig gestellte Fragen zu Milchzahnkaries

Wie halte ich die Milchzähne meines Babys gesund?

Durch die Anwendung von Fluorid, durch die tägliche Zahnreinigung deines Kindes von Anfang an und durch eine zuckerarme Ernährung. Eine zuckerarme Ernährung ist deshalb sehr wichtig, weil Bakterien den Zucker verdauen und eine Säure ausscheiden, die die Zahnoberfläche deines Babys angreift. Regelmäßige Zahnarztkontrollen sind natürlich auch ein MUSS!

Soll ich meinem Kind Fluoridtabletten geben?

Studien haben deuten darauf hin, dass Fluoride effektiver die Zähne schützen, wenn sie bereits gelöst im Speichel sind. Dies werden sie zB durch fluoridiertes Speisesalz oder fluoridierte Kinderzahnpasten. Lass dich sich am besten von einem Kinderzahnarzt/einer Kinderzahnärztin beraten!

Wieso ist es so wichtig die Milchzähne zu pflegen?

Wie bereits beschrieben, sind Milchzähne Platzhalter der bleibenden Zähne. Wenn die Milchzähne beispielsweise durch Karies zu früh ausfallen oder schwer beschädigt sind, wachsen die bleibenden Zähne schief nach. Außerdem sind die bleibenden Zähne bereits zum Zeitpunkt der Geburt deines Babys unter den Milchzähnen als Kalkpunkt vorhanden. Der Karies kann so auch die bleibenden Zähne angreifen, die unter dem Zahnfleisch liegen.

Wie erkenne ich eine Fluoridüberdosierung?

Auf den Zähnen deines Kindes kannst du bei einer Überdosierung kleine weiße Flecken entdecken. Um eine Überdosierung zu verhindern, raten wir dir mit dem/der Zahnarzt/ärztin deines Babys einen Fluoridfahrplan zu erstellen. Der/die Zahnarzt/ärztin geht mit dir die verschiedenen Fluoridquellen durch und kann dir sagen, worauf du achten sollst.

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