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Beziehungen pflegen & Freundschaften langfristig erhalten

Im Laufe unseres Lebens gehen wir viele Beziehungen in unterschiedlichster Form zu anderen ein. Manche vertiefen sich, andere bleiben eher an der Oberfläche, manche entpuppen sich als große Bereicherung, andere sind vielleicht sogar schneller wieder vergessen als sie in unser Leben gekommen sind. Und dennoch sehnen wir uns nach tiefen Bindungen zu anderen, nach Menschen, die unser Haltenetz bilden, wenn wir nicht mehr weiter können, die uns auffangen, wenn wir es brauchen, mit denen wir unser Leben teilen und nach vorne schreiten. Ein felsenfestes und gesundes Umfeld, das uns aufblühen lässt und selbst auch dabei aufblüht. In diesem Artikel geben wir dir Hinweise, wie du diese innigen und wohltuenden Beziehungen in deinem Umfeld aufbauen und erhalten kannst.

Unterschiedliche Formen von Freundschaften

Bevor wir mit den konkreten Tipps beginnen, wollen wir festhalten, dass es unterschiedliche Formen der Freundschaften gibt bzw. unterschiedliche Formen der Bindung und Nähe. Sie alle bereichern unser Leben auf ihre Weise und bedürfen einer unterschiedlichen Form der Pflege. Für das Verständnis des weiteren Artikels bemühen wir uns um eine grobe Kategorisierung:

  • Es gibt Freunde, mit denen man sich gerne mal auf einen Kaffee trifft und austauscht. - Energizer.
    Man freut sich immer wieder diese Freunde zu sehen, empfindet zu ihnen aber keine tiefgehende Nähe.
  • Dann gibt es enge Freunde. Ihnen gewährst du mehr Einblick in dein Inneres. Das sind Menschen, mit denen du auch belastende Lebenslagen teilst.
  • Die dritte Gruppe ist die der besten Freunde - Ankermenschen.  
    Das sind Menschen, bei denen du dich in jeglicher Lebenssituation und jeglicher Gefühlslage wohlfühlen und fallen lassen kannst. Das sind deine GO-TO Menschen. Dein festes Umfeld, das auch in Notlagen für dich da ist und dein erster Ansprechpartner ist.

Die Labels “Freunde”, “enge Freunde” und “beste Freunde” dienen nur der Unterscheidung, du kannst dir gerne andere Bezeichnungen für diese unterschiedlichen Formen von Beziehungen einfallen lassen. Vielleicht gefällt dir der Begriff “Herzensmenschen” statt “beste Freunde” mehr. Vielleicht hast du auch generell ganz andere Kategorien, in denen du dein Umfeld einteilen würdest.

Eine Handvoll Herzensmenschen fürs Leben

Für ein starkes Umfeld im Leben empfehlen wir eine Handvoll tiefer, inniger Beziehungen (dazu zählen Freundschaften, Familienmitglieder, Beziehungspartner). Du hast keine Handvoll Herzensmenschen? Keine Sorge. Jeder Herzensmensch im Leben, den man aufzählen kann, ist eine Welt wert. Du hast keine Herzensmenschen? Dann will ich als Autorin mit dir glauben, dass diese Herzensmenschen in dein Leben kommen. Denn jeder verdient diese Art inniger Freundschaften. Dieser Artikel ist von Herzen geschrieben, damit er dir helfen kann, Herzensmenschen in dein Leben zu ziehen und zu behalten.

Das Prinzip der Veränderung und des Bruchs

“Freundschaft ist die Blüte eines Augenblicks und die Frucht der Zeit.” - August von Kotzenbue.  

Um die Frucht langfristiger Freundschaften zu erleben und zu verstehen, hier ein paar Prinzipien:

Das Prinzip der Veränderung

Zeit beeinflusst unsere Freundschaften. Als Menschen gehen wir durch verschiedene Entwicklungsphasen. Unsere Beziehungen zu anderen tun das auch. Sie sind im ständigen Wandel - wie die Menschen, die ihr Band erhalten. Hierbei ist wichtig, Veränderung in der Nähe und der Art der Freundschaft oder Beziehung positiv entgegenzutreten.

Es kann gut sein, dass Freunde, die erstmal “nur” Freunde sind, nach Jahren zu engen Freunden werden. Es kann aber auch sein, dass deine Herzensmenschen an einem Punkt deines Lebens eine andere, eher untergeordnete Rolle einnehmen. Diese können sie nur einnehmen, wenn du das zulässt.

Das Prinzip der Veränderung anzunehmen, heißt, dass du bereit bist, Menschen eine andere Rolle in deinem Leben zu geben - auch wenn das Band vermeintlich nicht mehr das gleiche ist, was es einmal war.

Prinzip des Bruchs

Enge Freundschaften, die dein Innerstes sehen und berühren, werden auch mit Konflikten konfrontiert sein. Ihr zeigt euch einander auch von der schwierigen Seite. Dadurch seid ihr auch mehr gefordert, Grenzen zu setzen. In Liebe.

Wenn sich mal einiges aufgestaut hat und Grenzen immerzu überschritten wurden, kann eine Grenzsetzung durchaus einen Freundschaftsbruch verkörpern. Allerdings muss ein Freundschaftsbruch nicht das Ende einer Freundschaft sein. Das ist Sache der Perspektive.

Oft erfüllt eine Beziehung oder Bindung in der jetzigen Form euch beide oder einen von euch nicht mehr. Durch einen Freundschaftsbruch kann die alte Form der Bindung oder Beziehung durch eine wohltuendere ersetzt werden. Dies muss nicht gleich der Fall sein, ein Bruch hat natürlich seine schmerzhaften Ursachen und braucht seine Zeit, um zu heilen. Allerdings kann danach eine starke neue Bindung wieder aufgebaut werden, die - wenn sie wieder aufgebaut wird - an Nuancen und Facetten reicher, vielfältiger und stärker ist als zuvor. Denn beide haben erfahren, dass ihre Freundschaft auch einen Bruch überstehen kann. Wie soll Johann Wolfgang von Goethe gesagt haben:

“Ältere Freundschaften haben vor neuen hauptsächlich voraus, dass man sich schon viel verziehen hat.“

Wie du Freundschaften und Beziehungen pflegen und erhalten kannst

„Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

– Wilhelm von Humboldt

Hier nun 10 Tipps, wie du Freundschaften pflegen und erhalten kannst. Das sollen Ansätze sein, die dir helfen sollen, eine Basis für eine langfristige Bindung zu deinen Herzensmenschen und engen Freundschaften aufzubauen.

1. Das Innerste des Gegenübers erkennen

„Eine enge Beziehung braucht zwei weite Herzen.“

– Ernst Ferstl

Kennst du die Weite des Herzens deiner Freunde?

Wir Menschen sehnen uns nach einem Gegenüber, das unser Innerstes erkennt und anspricht. Dort liegt die Magie der Bindung und der Liebe freundschaftlicher, familiärer oder romantischer Natur. Wir tragen so viele Facetten in uns und doch gebrauchen wir im Alltag nur einen kleinen Anteil davon. Je mehr wir uns auf unser Innerstes besinnen, desto vulnerabler werden wir. Dort sind wir schwach. Dort liegen unsere Ängste, Wünsche und Bedürfnisse, die wir seit unserer Kindheit mit uns tragen, die uns in unserem täglichen Handeln prägen. Manchmal haben wir sie so tief verborgen, dass wir keinen Zugang zu ihnen haben. Wenn dann ein Gegenüber es schafft, genau diese Anteile zu sehen, sie zu erkennen und sie wertzuschätzen - entsteht Bindung.

Achte in deinen Beziehungen und Freundschaften darauf das Innere ihres Wesens zu erkennen und zu erkunden. Stetig. Achtsam. Geduldig. Langfristig Freunde an der Seite zu haben, die dies tun, ist wahrer Reichtum. Wenn du dies beständig machst, wirst du merken, wie eure Freundschaft an Tiefe gewinnt.

Hier einige Fragen, die du dir dazu stellen kannst:

  • Erkennst du das Innere der Person, mit der du eine Beziehung/eine Freundschaft führst?
  • Erkennst du die Essenz, die sie ausmacht?
  • Siehst du, was sie bewegt, wie sie tickt, was ihr im Leben wichtig ist?
  • Weißt du, welche Ängste sie antreiben?
  • Erkennst du die Weite ihres Herzens?
  • Erkennst du die Komplexität, die Vielschichtigkeit und die Tiefe ihres Wesens?

Halte kurz inne und denke über diese Fragen nach.

Wir haben ein weites Herz für unsere Freunde und machen es ihnen zugänglich. Auch sie geben uns den Schlüssel zu ihrem Inneren und hoffen sogar, dass wir es erkunden. Dieses Privileg sollten wir annehmen. Diese Fragen können Impulse sein, Tiefe in eurer Freundschaft/Beziehung zu entwickeln. Diese Fragen sind außerdem mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht einfach beantwortet. Mit der Zeit werden immer andere Antworten hinzukommen, je nachdem welche Seite deines Gegenübers sich auch ihm oder ihr offenbart. Dieser Punkt kann ein Lebensprojekt sein.

2. EUER Ding - Gemeinsame Anknüpfungspunkte

Hier mal etwas ganz Praktisches: Versuche mit deinem Gegenüber gemeinsame Anknüpfungspunkte zu finden und diese zu vertiefen. Suche ein Thema, ein Hobby oder etwas anderes, das euch beiden Spaß macht und immer wieder Impulse geben kann, eure Bindung zu stärken. Gemeinsame Anknüpfungspunkte erleichtern es, Freundschaften durch ihre unterschiedlichen Entwicklungsphasen langfristig zu halten. Sie sind zwar kein Muss, aber helfen ungemein, da sie laufend neue gemeinsame Erfahrungen schaffen. Alle gemeinsamen Erlebnisse, die wir abrufen können, sind wie Nahrung und Wasser in Zeiten der Dürre. Je mehr wir davon haben, desto besser. Gemeinsame Erlebnisse im Alltag sind auch deshalb wichtig, weil sie Routine und Struktur bringen. Wir fühlen uns dadurch auch automatisch sicherer mit dem Gegenüber und sind offener, uns fallen zu lassen.

Wie kann das aussehen?

Wenn du zum Beispiel einen spannenden Artikel liest, der dein Gegenüber auch interessieren könnte - schick ihm diesen. Findet euer Thema, das ihr mit der anderen Person verbindet. Oder macht es zu eurem Ding, einander Memes zu senden. Oder geht gemeinsam laufen. Belegt einen Tanzkurs. Geht gemeinsam trainieren. Trefft euch regelmäßig zum Spazieren. Schickt euch gegenseitig Lieder, die euch berühren. Spielt gemeinsam Musik. Egal, was es ist - findet EUER Ding. Das kann zu jeder Phase eurer Freundschaft etwas anderes sein. Achte darauf, dass es sich tatsächlich um eine Art Aktivität handelt, die über “sich über das Leben austauschen” hinausgeht. Wenn das nicht möglich ist, dann ist das auch okay. Stress dich nicht damit! Es gibt auch andere Wege :)

3. Grenzen respektieren und setzen

Grenzen sind sehr wichtig in erfüllenden Beziehungen und Freundschaften. Beziehungen und Freundschaften wollen gepflegt und aufgebaut werden, sie sind wie ein Haus, das immer wieder renoviert werden muss. Und dennoch sollten sie dich nicht verausgaben.

Sobald du das Gefühl hast, dass eine Beziehung oder Freundschaft “anstrengend” wird oder dich auf eine andere Weise nicht erfüllt, ist das ein Zeichen zu pausieren und zu überlegen:

  • Was fehlt mir?
  • Was ist mir zu viel?
  • Habe ich das Gefühl, dass meine Bedürfnisse zu kurz kommen?
  • Habe ich gerade weniger Energie zur Verfügung und brauche deshalb etwas Abstand?

Reflektiere, was dir fehlt und was du bräuchtest, um diese Freundschaft wieder als erfüllend zu empfinden. Dann überlege dir, wie du eine Grenze setzen kannst, die helfen kann, deine Bedürfnisse zu erfüllen.

Genauso ist es Bestandteil einer gesunden Freundschaft, wenn dein Gegenüber Grenzen setzt - z.B. dass er oder sie nur zu bestimmten Zeiten erreichbar ist oder sich anstatt jede Woche, nur alle 3 Monate treffen kann oder will. Grenzen, die kommuniziert werden, sind ein Weg, Freundschaften und Beziehungen auf Dauer zu erhalten.

4. Lerne dich und deine Baustellen kennen

„Ohne Zugang zum Ich kann man auch keinen Zugang zu anderen finden.“

– Anne Morrow Lindbergh

Der erste Punkt der Liste war es - das Innerste des Anderen zu erkennen. Kennst du aber dein Innerstes? Kennst du deine Beweggründe, die dich durchs Leben bringen? Kennst du deine eigenen inneren Abgründe? Kennst du deine tiefen Ängste, die dich antreiben? Kennst du deine vielen Facetten und Seiten? Und vor allem: Liebst du sie? Oder kannst du sie annehmen? Kannst du deine “schwierigen”, “unliebsamen” Seiten annehmen?

Das ist jetzt vielleicht doch sehr tiefgehend, aber du kannst langfristig mit anderen nur so eine gesunde Beziehung haben, wie du sie zu dir selbst hast. Deshalb ist es so wichtig, bei sich selbst anzusetzen, wenn wir Freundschaften und Beziehungen in unserem Leben pflegen wollen.

Erkunde deine eigenen Baustellen. Erkenne unbewusste Strategien, die du im Laufe deines Lebens entwickelt hast, um dein Leben zu meistern. Hör in dich hinein, welche Bedürfnisse bei dir als Kind nicht gestillt wurden, wonach du dich sehnst.

Ein guter Tipp für heilsame zukünftige Beziehungen ist es, die Beziehungen zu den eigenen Eltern aufzuarbeiten. Denn wir haben von ihnen gelernt, was Liebe und Bindung bedeutet und wie sie auszusehen hat. Oft leben wir unbewusst diese Form der Bindung in unserem Leben als Erwachsene mit anderen weiter.

Was sind deine Unsicherheiten? Oft projizieren wir unsere Unsicherheiten auf andere - die anderen reagieren dann auf unsere Projektion mit Unverständnis oder Ärger, weil sie spüren, dass man sie für etwas verantwortlich macht, das sie weder verkörpern noch nach außen tragen wollten.

Nimm dir Zeit und hör in dich hinein. Beschäftige dich mit dir selbst. Wenn du dich selbst besser verstehst und du deine inneren Verletzungen heilst, wirst du eine positive Auswirkung auf deine Beziehungen wahrnehmen.

5. Schwäche zeigen

Je mehr wir uns auf unser Innerstes besinnen, desto vulnerabler werden wir. Dort sind wir schwach. Dort liegen unsere Ängste, Wünsche und Bedürfnisse, die wir seit unserer Kindheit mit uns tragen, die uns in unserem täglichen Handeln prägen. Manchmal haben wir sie so tief verborgen, dass wir keinen Zugang zu ihnen haben. Wenn dann ein Gegenüber es schafft, genau diese Anteile zu sehen, sie zu erkennen und sie wertzuschätzen - entsteht Bindung.

Damit dies entstehen kann - zeige Schwäche. Zeige dich von deinen “unliebsamen” Seiten, teile deine Misserfolge, deine Trauer, was dein Herz bewegt.

6. Der Vertrauensvorschuss

Gehe davon aus, dass es dein Gegenüber gut mit dir meint. Oder zumindest nicht böse. Oft passieren Missverständnisse, weil wir uns in unserem Kopf bestimmte Szenarien zusammenreimen und viel in die Aussagen des Gegenübers interpretieren. Dabei projizieren wir evtl. eigene Unsicherheiten in die Aussage des Anderen und schon sind wir verletzt und fühlen uns ungeliebt. Schenke deinem Gegenüber Vertrauen. Vertrauen, dass er oder sie dich nicht kränken möchte, dass er oder sie, genauso an der Freundschaft und an dir hängt und dass er oder sie dich nah am Herzen trägt.

Wenn wir von dieser Basis aus an Freundschaften und Beziehungen herangehen, können wir kurz innehalten und bei einer missverständlichen Aussage der anderen Person, eine Chance geben, das Missverständnis zu aufzulösen. Es ist außerdem wundervoll zu sehen, was mit Menschen passiert, wenn man ihnen Vertrauen schenkt (hier spreche ich von gesunden Beziehungen und Freundschaften, die uns erfüllen oder die Grundlage bieten, dies zu tun). Üblicherweise reagieren sie mit Nähe.

7. Nachsicht

“Das erste Gesetz der Freundschaft lautet, dass sie gepflegt werden muss. Das zweite lautet: Sei nachsichtig, wenn das erste verletzt wird.“

– Voltaire

Das knüpft etwas am Vertrauensvorschuss an. Sei nachsichtig mit den Menschen um dich herum. Sei nachsichtig, wenn sie für eine Zeit lang eure Beziehung vernachlässigen. Sei nachsichtig, wenn ihnen kleine Fehler passieren. Nachsicht wird dir Nerven ersparen und deinen Blick für das Schöne bewahren.

8. Vergebung

Was tun wir aber, wenn Menschen unser Vertrauen tief verletzen? Dann liegt es an dir, als mündiger Person, Grenzen zu setzen, zu trauern und zu evaluieren, inwiefern die Person weiterhin Teil deines Lebens sein soll (hängt vermutlich ab vom Grad der Verletzung).

Und als zweites gilt es zu vergeben. Vergeben heißt übrigens nicht gleich versöhnen. Es heißt auch nicht, sich weiter unrecht behandeln zu lassen. Aber es heißt, die Verletzung loszulassen und sich von der Last zu befreien, die dein Herz zu tragen sucht.

Die Kunst des Vergebens hilft Freundschaften und Beziehungen zu meistern: Menschen machen Fehler. Langfristige und enge Freundschaften werden mit schwierigen Situationen und Fehltritten zu kämpfen haben. Auch mit großem Schmerz. Vergebung kann dich freisetzen von der Schuld, die dir angetan wurde.  Gleichzeitig schafft sie in deinem Innersten wieder Platz für den anderen. Ohne ehrliche und tiefe Vergebung werden Groll und Schuld diesen Platz belegen. Auch wenn es nicht in deinem Bewusstsein sein sollte: Wenn du nicht vergibst, wird weder dein Gegenüber noch jemand anderes bei dir eine Chance auf Nähe und Bindung haben.

Freundschaften und Beziehungen zu anderen halten, wenn man einander vergibt, ein offenes Gespräch sucht, Grenzen setzt und wieder Vertrauen ineinander schöpft. Natürlich ist die Voraussetzung, dass beide aufrichtig sind.

9. Mit Achtsamkeit in die Ewigkeit

Sei achtsam, was im Leben der anderen Person passiert und sich entwickelt. Merke dir, was dir die Person erzählt. Das klingt so simpel und selbstverständlich und doch leben wir in einer schnelllebigen Zeit mit einem vollen Terminkalender, in der Achtsamkeit oft zu kurz kommt.

Beispiele für aktive Achtsamkeit im Alltag können sein:

  • Wenn dir dein Gegenüber von einer Bewerbung für einen wichtigen Job erzählt - melde dich und frage nach, wie die Bewerbung verlaufen ist.
  • Wenn dir die Person von einer oder einem kranken Angehörigen erzählt, finde die Zeit und frage kurz nach, wie es dieser Angehörigen geht.

Achtsamkeit kann durch zuhören, aber auch durch Handlungen vermittelt werden.

  • Ist deine gute Freundin schwanger oder hat gerade ein Kind bekommen? Frage doch mal, ob du mal vorbeikommen und ihr die Haushaltsarbeit abnehmen sollst. Oder für ein paar Stunden auf den Kleinen aufpassen sollst. Natürlich nur, wenn deine Ressourcen das zulassen.
  • Vielleicht arbeitet deine Freundin oder dein Freund auf eine Beförderung hin, will eine neue Ausbildung machen oder ist generell auf Jobsuche. Biete hier an, dass ihr bei einem gemeinsamen Treffen eine Bewerbung durchgehen könnt oder sie mit dir ihre Skills durchgehen können.

Durch solche wertschätzenden Handlungen kann auch ein besonders nahes Verhältnis entstehen oder gestärkt werden - auch, wenn man ansonsten aufgrund der Lebensumstände nicht sonderlich viel Kontakt hat.

Der Key ist hier: Menschen wollen gesehen und gehört werden. Sie wollen mit ihren Bedürfnissen und ihrem Wesen erkannt werden. Wenn man ihnen gegenüber aufmerksam ist und sich überlegt, wie man ihren Tag verschönern oder ihnen bei der Erfüllung ihrer Bedürfnisse helfen kann, entsteht Nähe.

10. Welche Liebessprache spricht dein Gegenüber?

Hier wieder ein eher praktisches Tool: Ein Konzept aus der amerikanischen Paartherapie, das sich allerdings auf jegliche Form von Liebe und Bindung ummünzen lässt: Die 5 Liebessprachen. Der Grundgedanke der 5 Liebessprachen ist, dass Menschen in Beziehungen ihrer Liebe auf unterschiedliche Art und Weise Ausdruck verleihen und sich auch durch unterschiedliche Formen der Zuneigung wirklich geliebt und erkannt fühlen.

Manche Menschen fühlen sich beispielsweise in einer Freundschaft besonders geliebt und wertgeschätzt, wenn sie viel “quality time” miteinander verbringen, also sich oft sehen oder oft hören, gemeinsame Aktivitäten unternehmen. Wenn das Gegenüber nicht darauf achtet, “quality time” zu verbringen - ist es wahrscheinlich, dass die Person sich nicht geliebt oder angenommen fühlt.

Anderen hingegen kann es egal sein, wie oft sich jemand meldet oder wie viel Zeit sie gemeinsam verbringen, ihnen ist es besonders wichtig, dass Erfolge gemeinsam geteilt und gefeiert werden. Für andere wiederum ist es die schönste Form der Wertschätzung, Geschenke zu erhalten, die von Herzen kommen und bei denen sie sehen, dass das Gegenüber sich viele Gedanken um sie gemacht hat.

Versuche herauszufinden, auf welche Art du Liebe ausdrückst und auf welche Art dein Gegenüber Liebe ausdrückt. Oft hat man nämlich eine unterschiedliche Sprache der Liebe. Dies zu erkennen, kann helfen, auf die Bedürfnisse des Gegenübers einzugehen und eine Form der Freundschaft und der Beziehung aufzubauen, in der sich beide geliebt und wertgeschätzt fühlen.

Um mehr dazu zu erfahren, lese gerne unseren Artikel über die 5 Liebessprachen.

Quelle: 

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